Digitalisierung zählt nicht mehr, jetzt kommt KI?!

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„Digitalisierung ist uninteressant – wir machen nun KI!“

Diesen Satz habe ich letztens gehört. Auch andere Bereiche legen zunehmend den Fokus auf KI. Aber mich stört dieser Satz.

Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt in nahezu allen Branchen an Bedeutung. Die Möglichkeiten scheinen auch für das Handwerk grenzenlos: Von präziser Angebotserstellung bis hin zu Chatbots, die fast den gesamten Kundenkontakt übernehmen.

Es klingt verlockend. Und könnte so einfach sein: Künstliche Intelligenz übernimmt easy peasy alle nervigen Aufgaben im Betrieb.

Aber so einfach ist es leider nicht. Dazu machen wir einen kurzen Abstecher in die Welt der künstlichen Intelligenz.

Denn wie funktioniert diese eigentlich?

Künstliche Intelligenz ist wie ein Mitarbeiter, der unglaublich gut lernen kann. Am Anfang ist dieser Mitarbeiter jedoch extrem unwissend. Im Prinzip weiß er nicht einmal, wie man den PC einschaltet, und hat keinerlei Ausbildung. Das bedeutet: Du musst ihm alles im Detail beibringen. Zuerst musst du ganz genau wissen, was du von ihm willst, und diese Informationen klar zur Verfügung stellen. Wenn du ihm versehentlich falsche Informationen gibst – zack – lernt er diese genauso und der Fehler setzt sich fort. Im schlimmsten Fall merkst du das noch nicht einmal.

Ein Beispiel: Du möchtest, dass die KI Teile deiner Angebotserstellung übernimmt. Dafür muss diese zunächst wissen, welche Produkte du überhaupt anbietest. Aber das reicht noch nicht: Kundenpräferenzen, gewünschte Ausführungen, Maße – all das muss ebenfalls als Datensatz verfügbar sein. Das bedeutet erstens, dass alle relevanten Daten vorhanden sein müssen, und zweitens, dass sie korrekt sind. Sind die Daten fehlerhaft, führt das zu falschen Angeboten – und das will niemand.

KI muss diese Daten also erst einmal lesen können. 

Das bedeutet, dass digitale Geschäftsprozesse die Voraussetzung sind, damit Daten in hoher Qualität eingespeist werden können.

Wenn wir noch einmal auf unser Beispiel schauen: Es bringt nichts, die alten, handschriftlichen Angebote in 2000 Aktenordnern zu lagern. Diese Informationen müssen in einer Software aufbereitet sein, die eine solide Datenbasis bietet. Einfach nur „digital“ in Word Angebote abzutippen, reicht da leider nicht aus. Vielmehr braucht es an funktionierender Software, die die Daten sortiert und lesbar verarbeitet.

Unternehmensdaten wie Produktionszeiten, benötigte Mengen, Absatzzahlen – das sind die Grundlagen, die eine künstliche Intelligenz braucht, um zu funktionieren. Aber diese Unternehmensdaten fallen nicht vom Himmel. Sie müssen erst einmal durch funktionierende Prozesse entstehen. Alternativ könnte man das auch manuell machen – allerdings nur mit extrem akribischer Handarbeit, und das ist weder effizient noch skalierbar.

Es zeigt sich also:

Digitalisierung und KI sind untrennbar miteinander verbunden.

Bevor die künstliche Intelligenz überhaupt zum Einsatz kommt, muss die Grundlage stimmen – und das sind gut organisierte, digitale Prozesse, die die notwendigen Daten in hoher Qualität bereitstellen.


Wer also sagt: Digitalisierung sei nun uninteressant, der wird mit KI nicht weit kommen.